American Staffordshire Terrier: Alles über die Hunderasse!


Wenn du über die Anschaffung eines American Staffordshire Terrier, auch kurz Amstaff genannt, nachgedacht hast, gibt es vieles über das du dich informieren solltest, bevor es tatsächlich dazu kommt. Leider kämpfen die Hunde mit einem schlechten Ruf, welcher aus der Geschichte ihrer Zucht stammt und müssen noch heute mit Vorurteilen leben. Dabei habe ich mein Augenmerk auf belegte Fakten und statistische Auswertungen gelegt, damit du nicht zum Opfer falscher Informationen wirst, wenn es um die Rasse geht, die angeblich gefährlich sein soll.

Also finde hier heraus, wie der American Staffordshire Terrier entstanden ist, welchen Charakter er trägt und womit du bei der Haltung dieser besonderen Rasse rechnen musst.

Folgende Inhalte möchte ich dir näher bringen:

American Staffordshire Terrier: Ein kurzer Einblick

Der American Staffordshire Terrier ist mit einer maximalen Schulterhöhe von 48 cm, ein Hund mittlerer Größe. Er kann ein Gewicht zwischen 18 bis hin zu 30 Kg annehmen, gerade weil sein Körper von Muskeln durchzogen ist und sein hoher Bewegungsdrang köstlich dazu beiträgt in Form zu bleiben. Mit einer gesunden Ernährung und langen Spaziergängen führt der American Staffordshire Terrier ein Leben bis zu 15 Jahren.

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Seine Funktion ist die eines Begleithundes, während charakterliche Züge, wie seine aufmerksame, intelligente Art an neues heranzugehen, sich perfekt darauf abstimmen.

Dabei darf der American Staffordshire Terrier jedoch nicht den Eindruck bekommen, dass er die Oberhand hat oder etwa den Beschützer spielen muss, da sich seine hin und wieder zeigende Dominanz übersteigern könnte.

Das heißt noch lange nicht, dass der Amstaff nicht dein idealer Begleiter sein kann. Hierbei solltest du jedoch wissen, dass sich dieser Vierbeiner auf der Rassenliste für gefährliche Hunde befindet, ob das mit gutem Grund so ist? Finde es heraus!

American Staffordshire Terrier: Die Geschichte der Rasse

Zu Beginn des 19. Jahrhundert führte man in England Hundekämpfe als eine Art grausamer Unterhaltung durch. Hierbei verdienten sich Züchter besonders kampffähiger Hunde und Menschen, die gerne mit Geld wetteten, einige Moneten.

Dabei wollte man gerade eine Hunderasse züchten, die die Ausdauer und Stärke eines perfekten Kampfhundes repräsentieren würde: Die Veranstalter hatten auch nicht nach allzu langer Zeit zwei Rassen im Visier einen Pit Bull mit besonderer Stärke und den Terrier, dessen Wille und Ausdauer gerade bemerkenswert für die Tierkämpfe waren.

Das Ergebnis dieser Kreuzung ist der American Staffordshire Terrier, auch heute wird er noch immer als Kampfhund bezeichnet, da er gerade für die Kämpfe gezüchtet wurde und alle Eigenschaften trägt, die in der Arena erwünscht waren.

Als man die grausamen Tierkämpfe dann 1835 bannte, wanderten die Veranstalter mit der Rasse aus, in der Hoffnung in einem anderen Land damit Geld zu verdienen.

So kam es dazu, dass sich parallel zwei Linien zu der Rasse entwickelten: Während einige den American Staffordshire Terrier noch immer als Kampfhund ausnutzen, hatten ihn andere wiederum als einen gewöhnlichen Wach- und Familienhund in ihrem Heim aufgenommen.

Um sich dann letztendlich gänzlich von den verächtlichen Tierkämpfen zu distanzieren, kam es zu einer deutlichen Differenzierung beider Linien: Zu einem nannte man die Hunde, die niemals für die Kämpfe eingesetzt wurden “American Pit Bull”, zum anderen bekam der American Staffordshire Terrier durch die Angabe aus “Stafford” zu stammen einen negativen Stempel, da gerade die Hunde aus England für die Tierkämpfe eingesetzt wurden.

Dieser Stempel verfolgt die Hunde, aber auch die Besitzer, noch heute. Deshalb wird die Rasse auch immer seltener in Deutschland gezüchtet, und weil bestimmte Auflagen und erhöhte Steuern die Rasse umso unansehnlicher machen.

American Staffordshire Terrier: Der Charakter

Entgegen aller Vorurteile, mit dem der American Staffordshire Terrier zu kämpfen hat, wird er in recht sozialen Gebieten eingesetzt: Sie machen sich besonders nützlich als Polizei- und Rettungshund. Erstaunlich ist jedoch ihre Bezeichnung als “Nanny Dog” oder etwa “Social Dog”, was so viel bedeutet wie “Kindermädchen Hund” und “Sozialer Hund”.

Wie kann es sein, dass ein Hund in Deutschland auf der Liste gefährlicher Hunde steht und dennoch solche Titel genießen darf? Dass sich hier falsche Informationen befinden, ist also schon auf den ersten Blick eindeutig.

Dafür gibt es aber zum Glück eine simple Erklärung: Erziehung.

Die Erziehung eines Hundes ist das A und O, dabei gibt es genetische Veranlagungen die auch eine Funktion im Charakter tragen, jedoch ist weder beim Menschen, noch bei Hunden, die Genetik eine direkte Translation auf das Wesen.

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Viele irren im Glauben der American Staffordshire Terrier sei eine Bestie, die gezüchtet wurde, um zu kämpfen und daher kein liebenswerter Hund sein kann. Dabei muss man lediglich ein wenig Zeit mit der Rasse verbringen, um die tatsächliche Wahrheit zu ergründen: Das solche Aussagen natürlicher großer Quatsch sind!

Wer sich nicht einem American Staffordshire Terrier nähern will, der sollte einfach auf die Datenlage schauen: In einer statistischen Auswertung, bei der geschaut wurde, ob das Aggressionspotential dieser Rasse tatsächlich höher ist, als bei anderen Rassen, wurde festgestellt, dass American Staffordshire sich nicht signifikant von Golden Retriever diesbezüglich unterscheiden.

In anderen Worten: American Staffordshire Terrier sind genauso liebe und treue Begleiter, wie alle anderen Hunderassen auch, das andere Ende der Leine entscheidet, ob ein Hund etwa unerwünschtes Verhalten an den Tag legt oder ausgeglichen und friedlich ist.

Ansonsten sind die Vierbeiner aufgeweckte und aufmerksame Entdecker, die eine erstaunliche Intelligenz und emotionales Verständnis an den Tag legen.

Ihre treue und Ergebenheit führt zu einer starken Bindung zwischen ihnen und ihrem Herrchen. Dennoch probieren Amstaffs auch mal die Rangordnung zu ändern und sich mit ihrer Dominanten Art durchzusetzen. Das bedeutet aber nicht, dass sie leicht reizbar sind, im Gegenteil sogar! Ein American Staffordshire Terrier lässt sich so gut wie gar nicht provozieren.

Dafür besitzt er aber einen Dackelblick und ein Winseln, mit dem er sein Herrchen auch gerne mal um den Finger wickeln will, womit er extra Streicheleinheiten oder eine zusätzliche Runde im Wald ergaunern kann.

Wünschst du dir also einen Hund, der gerne mal mitredet und nicht einfach nur blind deinen Worten vertraut, loyal ist und die langen Spaziergänge bevorzugt, bist du mit einem American Staffordshire Terrier gut ausgestattet.

Dabei kann ich dir diese Hunderasse besonders empfehlen, wenn du selbst sehr aktiv bist, nicht leicht nachgibst, also eine starke Hand in der Führung bist und bereits Erfahrung bei der Hundeerziehung sammeln konntest.

Wenn du noch neu in dem Gebiet bist, solltest du auf jeden Fall Seminare besuchen, passende Bücher und Artikel durchkämmen und eine Hundeschule im Auge haben.

Dies ist besonders wichtig, damit sich der Amstaff mit anderen Hunden und Tieren sozialisieren kann, um Schwierigkeiten in der Zukunft vorzubeugen.

American Staffordshire Terrier: Die Haltung

Die Haltung eines American Staffordshire birgt grundsätzlich zwei Herausforderungen: Ihr hoher Bewegungsdrang und die Voreingenommenheit der Gesellschaft.

Aus Erfahrungsberichten vieler Halter hört man die außergewöhnliche hohe Rate an Missachtung gegenüber den American Staffordshire Terriern heraus, oft heißt es “Pass auf, da ist ein Kampfhund!”.

Aber was heißt der Begriff “Kampfhund” überhaupt? Das Wissen diese Menschen dann nicht, wenn man sie direkt fragt. Dabei spielt ihr Aussehen eine große Rolle bei den Vorurteilen. Die Hunde wirken durch ihren muskulösen Körper bedrohlich, obwohl sie, wenn sie gut erzogen worden sind, überall mit ihrem Herrchen hin können.

Was diese Menschen dann wohl eher meinen, wenn sie den Begriff “Kampfhund” nutzen, ist die Aussage, dass die Rasse in Deutschland als gefährlich eingestuft wurde, aber wie oben bereits aufgeklärt, liegt das viel mehr an der Erziehung und sogar den Medien.

Ist ein Hund aggressiv oder verletzt sogar einen Menschen, wird in den Medien ein Bild von Hunden gezeigt, die durch ihr Erscheinungsbild bedrohlich wirken, obwohl es eine andere Rasse war.

Davon solltest du dich aber nicht abschrecken lassen, eher solltest du dir Gedanken machen, ob du der Haltung eines Amstaffs gewachsen bist.

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Sie lassen sich oft nur schwer mit anderen Tieren halten, da sie einen starken und dominanten Charakter besitzen. Besonders Tiere, die sich nicht durchsetzen können, kommen hier zu Schaden. Das muss aber auch nicht die Regel sein, da eine Hundeschule und die richtige Erziehung im Umgang mit den Hunden wunder bewirken kann.

Es ist natürlich nicht leicht, dennoch liest man aus vielen Berichten heraus, dass American Staffordshire Terrier, wenn einmal erzogen, ideale Mitbewohner sind.

Ihr hoher Bewegungsdrang lässt auch nicht im Alter nach. Sie bleiben fast ihr ganzes Leben so aktiv, wie als Welpe und wollen auch geistig herausgefordert werden. Daher kann ich es nur immer wieder erwähnen:

Am besten bist du für den Amstaff als Herrchen geeignet, wenn du auch ein sehr aktiver Mensch bist. Für dich sollten lange Wanderungen, Spaziergänge und Fahrradtouren ein Klacks sein und darüber hinaus, solltest du eine Menge Zeit, so wie Ideen haben deinen American Staffordshire Terrier täglich mental, sowie körperlich, entgegenzukommen.

Aber auch gelegentliche Fellpflege und Schmuseeinheiten machen diese Hunderasse besonders glücklich.

Bei der Fütterung sind die Hunde ziemlich simpel, da sie sich eigentlich mit allem zufriedengeben. Dennoch solltest du natürlich, je nach Größe, Gewicht und Aktivität, auf die Ration, sowie Qualität der Inhaltsstoffe achten. Grundsätzlich sollte das Futter hauptsächlich aus Proteinen, also Fleisch bestehen. Gemüse und Getreide sollten den Rest dann ausfüllen.

American Staffordshire Terrier: Die Erziehung

Wer es schafft einen American Staffordshire Terrier zu erziehen, hat durchaus einen treuen Begleiter fürs Leben gewonnen, aber da musst du erstmal hinkommen und der Weg kann sehr steinig sein.

Nicht selten kommt es vor, dass man sich einen Amstaff anschafft und erst danach herausfindet, dass diese Rasse eine Dominanz an den Tag legt, den manche Menschen einfach nicht handhaben können.

Das ist auch nicht schlimm, schlimm ist es aber die Erziehung dann aufzugeben und den Hund gleich mit. Noch schlimmer ist es für die American Staffordshire Terrier, wenn sein Herrchen die Erziehung ohne Geduld und die dringend benötigte Liebe durchzieht. Im Resultat entstehen dann aggressive Hunde, die ein unerwünschtes Verhalten an den Tag legen und kaum zu bändigen sind. Dabei hat die Rasse ja schon genug Ärger am Hut, aufgrund ihrer Zuchtgeschichte.

Das soll hier natürlich keine Einschüchterung sein, viel mehr ein Einblick in eine wahrscheinliche Zukunft, wenn du die Erziehung dieser Rasse unterschätzt. Schließlich sei der American Staffordshire Terrier eigentlich nur für erfahrene Hundehalter geeignet und dem stimme ich auch größtenteils zu.

Dabei weiß ich aber auch, dass wenn du zu der Sorte von Menschen gehörst, die sich sorgfältig und ausgiebig mit einem Thema auseinandersetzen und wirklich den Anforderungen nachgehen, die gefordert werden, es auch hinkriegen kannst.

Nach einigen Erfahrungsberichten sei das nämlich auch möglich.

Mach dich auf jeden Fall darauf gefasst, dass diese intelligente Rasse weiß, was Hierarchie bedeutet und gerne das Alphatier wäre. Gibst du dem Amstaff aber eine starke und sichere Führung, wird er dich als Vorgesetzten akzeptieren und sich dem gemäß unterordnen. Leichter gesagt als getan!

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Nicht nur die schwere Erziehung, sondern auch die erhöhten Steuern, führen einige Besitzer zu der Abgabe der American Staffordshire Terrier. Der vierstellige Betrag im Jahr, aber auch Auflagen wie das ständige Tragen einer Hundeleine und eines Maulkorbes, wenn der Amstaff einen Wesenstest nicht besteht, sind belastend.

Ansonsten ist die Hunderasse aus gesundheitlicher Sicht ziemlich angenehm: Sie sind robust und fit bis ins hohe Alter. Nur selten haben sie Krankheiten wie eine Hüftdysplasie oder etwa eine angeborene Herzschwäche.

Überlegst du dir einen American Staffordshire von einem Züchter zu holen, ist hier besondere Vorsicht geboten: Falsche Züchter bringen häufig kranke und verhaltensgestörte Hunde auf die Welt, vor allem bei American Staffordshire Terrier ist hier dann eine erhöhte Gefahr im Spiel, da sie bereits von Natur aus dominant sind.

Ein seriöser Züchter wird etwa um die 1000 Euro für einen Welpen fordern und dich gründlich befragen, um sicherzustellen, dass du die richtige Person für den Hund bist.

American Staffordshire Terrier: Interessantes über die Rasse

Dass der American Staffordshire Terrier ein Listen-Hund ist, also als gefährlich eingestuft wurde, weißt du ja jetzt. Jedoch gibt es zwei Ausnahmen hinsichtlich dieser Annahme: Niedersachsen und Schleswig-Holstein.

In den anderen Bundesländern ist die Haltung mit strengen Auflagen verbunden, wie das oben bereits erwähnte permanente tragen einer Leine, die Pflicht eines Maulkorbes, falls ein Wesenstest nicht bestanden wurde und die Anforderung sein Grundstück mit einer mindestens 1,6m hohen Einfriedung abzusichern.

Dabei ist die Einstufung nicht wissenschaftlich fundiert, es gibt bis heute keine Belege dafür, dass die Rasse eine besondere Gefahr für Menschen oder andere Tiere darstellt. Traurig finde ich auch, dass deren Halter mit einem Bild abgestempelt werden, dass sie als schlechte Menschen darstellt. Auch Medien und das Erscheinungsbild sind Komponente die gerade zu in die Irre führen.

Erschreckend finde ich daher auch, dass es Länder gibt, die ein Einreiseverbot gegen American Staffordshire Terrier verhängt haben, wie etwa Frankreich oder Ungarn.

Zudem müssen die Hunde mit einem schmerzhaften Schönheitsideal ihrer Rasse kämpfen: Kupierte Ohren. Hierbei werden die Schlappohren der Amstaff gekürzt, also abgeschnitten. Das ist in der heutigen Zeit natürlich verboten, jedoch immer noch sichtbar.

Also jeder der einen Schritt zurückgeht und diese Rasse lediglich als einen “Kampfhund” betrachtet, sollte wohl eher daran denken, dass American Staffordshire Terrier definitiv mit vielen Dingen zu kämpfen haben, da sich die Gesellschaft viel mehr auf die Geschichte, als auf wissenschaftliche Auswertungen und klare Erfahrungsberichte bezieht.

Nupelda Bicen

„In einer ausgewogenen Gesellschaft, setzt man sich für die ein, die keine eigene Stimme haben: Indem Fall sind das die Tiere unter uns! Erfahre worauf es bei einer artgerechten Haltung ankommt, verstehe Zeichen zu deuten und ermögliche so, ein gesundes miteinander von Tier und Mensch. „

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