Ragdoll adoptieren oder kaufen: alles über die Rasse!


Du möchtest eine Ragdoll Katze adoptieren oder Kaufen? Dann werde ich dir hier alle Informationen geben, die du über diese Rasse brauchst.

Du wünschst dir bestimmt schon lange, eine süße, kuschelige Katze. Hast jetzt die Zeit, die du brauchst um dich um sie zu kümmern und möchtest nur mehr über diese wundervolle Rasse erfahren?

Also eins kann ich dir schonmal sagen: wenn du eine ruhige, familienfreundliche und liebe Katze haben möchtest, dann ist die Ragdoll Katze perfekt für dich!

Es ist jedoch wichtig, dass du dich immer gut mit der Rasse des Tieres auseinandersetzt, welches du haben möchtest. Jedes Tier ist nämlich anders, muss unterschiedlich gepflegt und gehalten werden. Ich werde dir in diesem Artikel die wichtigsten Merkmale dieser Rasse vorstellen, um dir die Entscheidung zu erleichtern!

1. Der Steckbrief zur Ragdoll Katze

Einzelheiten zur
Ragdoll Katze
Größegroß bis sehr groß
Gewicht Katze/ Kater4,5 – 6,5kg / ca. 4,5 – 10kg
Lebenserwartungkann ohne weiteres 12 Jahre alt werden
Körperbaumassive, groß mit einem muskulösen Körper. Der Kopf ist von mittlerer Größe, breit, keilförmig zulaufend und zwischen den Ohren flach. Sie hat mittelgroße Ohren, die runde Spitzen haben und weit auseinander stehen. Der Hals ist kurz und kräftig. Die Beine sind mittellang, die Rückenlinie fällt nach vorne ab. Der Schwanz ist lang, gut behaart und buschig.
Fell und FarbeHalblang; anerkannte Fellfarben wie Seal-, Blue-, Chocolate-, Lilac-, Red- und Cream-Point
Augenleuchtend blau
RassetypHalblanghaar
HerkunftslandUSA (Kalifornien)
Charaktersanft, neugierig, anhänglich, freundlich
Typische RassekrankheitenAnämie, Herzkrankheiten wie HCM oder einige Augenkrankheiten, die eine Folge ihres Akromelanismus sind.

2. Die Geschichte der Ragdoll Katze

Photo 89467360 © Lindeeart – Dreamstime.com

Die Rasse der Ragdoll Katze entstand Anfang der 1960er in Riverside, Kalifornien (USA).

Dort lebte eine weiße Angorakatze, welche Junge bekommen hatte und Freigänger war. Die Nachbarin, Ann Baker, war an einem Wurf dieser Katze interessiert.

Grund dafür war, dass die Babys halblanges Fell und blaue Augen hatten, also besonders aussahen. Ann bemerkte, dass diese Babys zusätzlich noch größer und vom Charakter lieber waren, als die Babys von anderen Würfen.

Sie wollte die Babys haben, um eine Linienzucht aufzubauen, dies tat sie auch.

Die ersten Ragdolls waren sehr groß, hatten halblanges Fell und konnten entspannt auf dem Arm getragen werden, deshalb auch der Name “Ragdoll”, also “Stoffpuppe”.

Den Namen ließ sie 1965 offiziell registrieren.

Leider züchtete Ann nicht nur aus Tierliebe, sondern versuchte die Ragdoll Katze kommerziell für sie zu vermarkten.

Sie stellte Zuchtrichtlinien auf:

  1. Alle Ragdollzüchter mussten die Linienzucht in ihrem Sinne weiter betreiben.
  2. Verpackungen durften nur mit ihrer Zustimmung gemacht werden.
  3. Die Züchter müssen sie in Kenntnis setzen, an wen die Babys vermittelt werden.
  4. Sie forderte Provision für jede verkaufte Ragdoll.

Glücklicherweise machten nicht alle Züchter mit, so wie Laura und Denny Dayton und Georgen und Dave Chambers, sie sind die bekanntesten Anfangszüchter der Ragdoll.

Sie züchteten die Katzen liebevoll in den Farben Seal, Blue, Chocolate und Lilac und den Zeichnungsvarianten Mitted, Colourpoint und Bicolour weiter.

Heute meinen viele, dass die Züchter, die nicht Ann folgten, die Rasse zu dem gemacht haben, wie wir sie heute kennen.

3. Das Aussehen der Ragdoll Katze

Die Ragdoll zählt zu den größten Katzenrassen. Sie wirkt sehr muskulös und wegen ihres Felles sehr voluminös.

Sie ist eine Pointkatze, was bedeutet, dass Sie weiß zur Welt kommt.

Die eigentliche Farbe des Tieres kommt nach und nach, es kann sogar bis zu 3 Jahren dauern.

Es kann ebenfalls 3 Jahre dauern, bis die Katze völlig ausgewachsen ist.

Kater werden schwerer als Weibchen und können sogar mehr als 8 Kg wiegen.

Ragdolls wirken wegen ihrem dichten, langen Fell, dass mittellange bis lange Haare hat, nochmal größer, als sie eigentlich sind.

Um das Gesicht trägt die Katze eine Halskrause und im Gesicht ist das Fell kurz. An den Seiten, am Bauch und am Hinterteil wird es mittellang bis lang.

Der Kopf ist leicht keilförmig, die Nase etwas gebogen und die Ohren stehen weit auseinander.

Die Augen sind groß und leuchten intensiv blau.

Die Brust des Tieres ist breit und gut ausgebildet. Der Schwanz ist lang, buschig und gut behaart.

Männliche Ragdolls können bis zu 1m lang werden und über 8 Kg wiegen, dies bei einer Schulterlänge von 40 cm.

Da diese Katzen sehr groß und schwer sind, brauchen sie auch einen stabilen Kratzbaum.

Sie können von Nase bis Schwanzspitze 120 cm lang werden.

4. Standard Farben und Zeichnungsversionen der Ragdoll Katze

Wie vorhin erwähnt, kann es bis zu 3 Jahre dauern, bis die Katze die eigentliche Farbe bekommt.

Photo 20848252 © Laurentiu Iordache | Dreamstime.com

Ragdoll Katzen können mehrere Farben haben, beginnen wir Mal mit den Standard Farben:

  • Seal: sehr dunkles Braun, ähnelt der Bitterschokolade. Der Körper kann von beige bis braun oder cremefarbig sein.
  • Chocolate: helles schokobraun, der Körper ist cremefarbig.
  • Blue: blaugrau, die Körperfarbe ist bläulich weiß.
  • Lila/Frost: helles taubengrau, die Körperfarbe ist fast weiß.
  • Red/Flame: rötlich, der Körper ist cremefarbig.
  • Cream: sehr helles Rot/orange, der Körper ist fast weiß.

Quelle: https://ragdoll-muenchen.weebly.com/farbvarianten.html

Genauso wie sie verschiedene Farben haben können, haben sie ebenfalls verschiedene Zeichnungsversionen. Hier eine Liste mit den wichtigsten Informationen dazu:

  • Colorpoint: bei dieser Version ist der Körper cremefarbig mit dunkel gefärbten Extremitäten. Die Brust ist heller schattiert als der Rest. Sie darf keinerlei weiße Muster aufweisen.
  • Mitted: der Körper ist hell, die Brust, der Kinn und die Vorderpfoten sind weiß. Die Fußballen sind komplett rosa.
  • Bicolour: die Katze hat einen weißes Kinn, Brust, Unterseiten und Pfoten sind ebenfalls weiß. Ein wichtiges Merkmal ist die weiße Maske in Form eines umgekehrten “v”. Sie kann weiße Flecken auf dem Rücken haben. Bei verschiedenen Verpaarungen bekommt man verschiedene Typen von Bicolours. Aus der Verpaarung Mitted mal Mitted kann eine Bicolour fallen, die zwar äußerlich wie eine Bicolour aussieht, aber genetisch gesehen zweimal das Mitted-Gen trägt. Diese Version nennt sich High Mitted Bicolour. Aus einer Mitted mal Bicolour oder Bicolour mal Bicolour Verpaarung kann eine Bicolour mit zu hohem Weißanteil entstehen, diese Version wird Mid-High White Bicolour genannt. Die High White Bicolour entsteht meistens aus einer Bicolour mal Bicolour Verpaarung. Diese Katzen haben oft wenig Farbe an den Ohren, auch der Körper ist oft bis auf wenige Flecken weiß, auch rein weiße Körper sind möglich.
  • Lynx/Tabby: alle Farben können bei dieser Zeichnungsversion Streifen haben. Die Beine und der Schwanz sind geringt.
  • Tortie: alle Farben können ein Schildplattmuster haben. Das Farbmuster kann unterschiedlich auffallen. Die Farbtupfer machen jede Katze durch die Zufallsverteilung einmalig. Diese Farbmuster können nur Weibchen haben.
  • Torbie: alle Farben können auch Farbtupfer und Streifen haben. Dieses Farbmuster können auch fast nur Weibchen haben.

5. Charakter und Wesen der Ragdoll Katze

Ragdoll Katzen lieben Menschen und andere Tiere. Sie gilt als Familienkatze und Kinderfreundlich.

Sie ist eine ruhige Wohnungskatze, ist aber gleichzeitig verspielt.

Sie gilt als sehr freundlich, ausgeglichen, neugierig und anhänglich und ist für Kinder gut geeignet.

Ihr Bewegungsdrang ist normal und sie ist sehr aufmerksam.

Im Normalfall sollte sie sehr ausgeglichen und ruhig sein. Doch auch hier gilt: nicht jede Katze hält sich an ihren Rassecharakter.

Der Pflege- und Zeitaufwand wird als mittel eingestuft.

Sie gilt zwar als leise Katze, sie kann aber auch laut werden, vor allem wenn sie oft alleine gelassen wird.

Ragdoll bedeutet “Stoffpuppe/Lumpenpuppe”, Grund dafür ist, dass sie sich tragen lässt wie eine Puppe.

Wegen ihres ruhigen und ausgeglichenen Charakters verträgt sie sich gut mit anderen Katzen.

Photo 16834208 © Robmckay | Dreamstime.com

Sie wird oft mit dem Hund verglichen, da sie ihren Besitzer auf Schritt und Tritt begleitet und manche Ragdolls sogar gerne apportieren.

Quelle: https://www.ragdoll-katze.com/charakter-und-wesen/

Sie kann vom Wesen her zu den Welpen-Katzen gezählt werden. Neben ihr gehören zu diesen Katzenrassen die Maine-Coon, Manx und American Shorthair.

Das hundeähnliche Verhalten dieser Katzenrassen kann aber auch problematisch werden. Beispielsweise wenn sie auf einen fremden Hund trifft oder auch, wenn sie auf einen fremden Menschen trifft.

6. Die Pflege der Ragdoll Katze

Ragdolls gelten als sehr pflegeleicht, auch wenn sie herausgehen, macht die pflege nicht mehr Mühe als bei Wohnungskatzen.

Die meisten mögen es gekämmt oder gebürstet zu werden, erforderlich ist es jedoch nicht immer, sondern nur ab und an.

Zur Kompletten Pflege gehören: Bürste, Kamm, evtl. Shampoo und Trockenpuder.

Sie haben kaum Unterwolle und ihr Fell neigt daher kaum zum verfilzen, trotzdem muss man sie regelmäßig kämmen und bürsten.

Bei jeder Pflege solltest du genau auf Parasiten untersuchen.

Für eine gesunde Verdauung ist eine ausgewogene Ernährung wichtig. Zur Verhinderung oder Verminderung der Haarballen ist Katzengras eine gute Lösung.

Achte darauf, dass die Katze jederzeit Zugang zu einem Töpfchen mit Katzengras hat. Das ist wichtig, weil die Pflanzenfasern eine natürliche Verdauungshilfe sind.

Wenn kein Katzengras vorhanden ist, dann geht die Katze gerne an Pflanzen. Das kann gefährlich werden und sogar tödlich enden.

Im Futterhandel kannst du Spezialfutter und sogar einige Sorten Leckerlis finden, die den Abtransport der Haare unterstützen.

Zusätzlich kannst du ihr eine malt Paste geben. Hier musst du aber auf die Zusammenfassung achten: je höher der Zuckeranteil ist, desto schlechter ist es für die Zahngesundheit.

7. Gesundheit und typische Krankheiten der Ragdoll Katze

Bei der Ragdoll Katze gibt es einige typischen Erbkrankheiten, die durch die Zucht verbreitet werden.

Anämie, Herzkrankheiten wie Hypertrophe Kardiomyopathie (HCM) und verschiedene Augenkrankheiten sind die meistverbreiteten Krankheiten.

HCM betrifft meistens Kater zwischen 1 und 5 Jahren. Im schlimmsten Fall kann die Herzkrankheit zum Tod führen.

Die Krankheiten kommen jedoch nicht bei allen Katzen vor.

Photo 70678717 © Chase Dekker | Dreamstime.com

Sie können vereinzelt unter den Folgen der Inzucht leiden, diese wären Kränkeltet, Immunschwäche oder eine verkürzte Lebenserwartung.

Eine gesunde Ragdoll lebt zwölf bis fünfzehn Jahre.

Bei HCM oder Folgen der Inzucht ist die Zeit jedoch verkürzt.

Beim Kauf sollte der Stammbaum auf beides geprüft werden.

8. Haltung und Erziehung der Ragdoll Katze

Die Ragdoll ist die ideale Hauskatze für die Wohnung. Das Fell muss besonders zu Zeiten des Fellwuchses intensiv gepflegt werden.

Sie braucht eine innige Beziehung zum Menschen und liebt es mit dir und dem tierischen Mitbewohner zu sein.

Sie muss kein Freigänger sein, um sich wohl zu fühlen. Trotzdem hat sie nichts dagegen, wenn sie ab und an in den Garten und die Natur beobachten kann.

Man kann sie sehr gut erziehen, sie ist sehr intelligent und am Menschen orientiert.

Sie folgt ihrem Herrchen wie ein Hund und das sogar ohne Leine!

Wenn sie von einem seriösen Züchter stammt, der die Eltern und die Babys gut betreut und sozialisiert hat, dann wird sie sich von selbst in die Regeln und Gewohnheiten der Familie einfügen.

Mit einer kleinen Hilfe wird sie auch ganz schnell stubenrein sein.

9. Anschaffungskosten einer Ragdoll Katze

Immer öfter kommt es vor, dass viele sich wundern, dass eine Rassenkatze meistens über 700 Euro kostet.

Dabei muss man bedenken, dass es Beispielsweise bei der Rasse Ragdoll viel Arbeit war, bis die Rasse Ragdoll, tatsächlich genauso aussah und gezeichnet war, wie wir sie heute kennen und lieben. Für die Züchter war es auch gar nicht einfach, geeignete Zuchttiere zu finden.

Bei einer Rassekatze kommt es darauf an, dass die Kitten eines Wurfes genau die richtige Farbe und die richtige Zeichnung haben.

Bei dieser Rasse dürfen es nur die Ragdoll-Farben (seal, blue, chocolate, lilac, red) und die Ragdoll –Schattierungen (colourpoint, mitted, bicolor) sein. 

Was wir heute an Rassen haben, ist jahrelanger Züchtung und Forschung zu verdanken. Umso wichtiger ist es heute, die Rassen zu erhalten.

Man muss bedenken, dass die Züchter sich das ganze Jahr über um die Tiere kümmern. Sie müssen sich um das Futter, die Katzenklos, das Spielzeug, die Impfungen und den Tierarzt kümmern.

Dann kommen die Deckgebühren hinzu, die bei gesunden Katern mit einem anerkannt guten Stammbaum bei 400,-/500,- Euro liegen. Manchmal muss man sogar mit der Kätzin bis zu 300 km zum Kater fahren, weil die Kater in der Nähe nicht getestet sind und keinen Stammbaum haben.

Photo 17426238 © Joanna Zaleska | Dreamstime.com

Auch die Katzenkinder verursachen einiges an Kosten. Sie werden 2-mal vom Tierarzt komplett untersucht und begutachtet.

Die Babys werden 2-mal geimpft und 3-mal entwurmt. Die Tierarztkosten und auch die Kosten für die Papiere sind nicht unerheblich.
Bis die Kleinen dann nach 12 Wochen Abgabe-bereit sind, haben Sie Futterkosten von etwa. 150,- Euro verursacht.

Es ist also für einen bedachten und seriösen Züchter fast unmöglich, Gewinn aus der Zucht zu erzielen.

 Eine gute Ragdoll-Zuchtkatze kostet heute zwischen 1.500,- und 2.200,- Euro.

Quelle: https://www.ragdollbabies.de/preise/

Fazit – Ragdoll adoptieren oder Kaufen: alles über die Rasse!

Eine Ragdoll Katze ist also die perfekte Katze, wenn du eine liebe, ruhige, Wohnungskatze haben möchtest. Sie ist auch super gut auf Kinder und andere Tiere zu sprechen. Auch wenn sie ein ziemlich langes Fell hat, ist sie zusätzlich noch ziemlich pflegeleicht.

Solltest du dich für dieses Tier entscheiden, dann sollte dir ebenfalls klar sein, dass du keine Ragdoll unter 1000 Euro bekommst. Außerdem musst du leider auch mit den Erbkrankheiten rechnen, die diese Rasse meistens mit sich bringt.

Victoria Di Poi

,,Tiere sind sehr faszinierende Lebewesen. Sie können uns so viel geben und wir können sehr viel von ihnen lernen.“

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